SKV Wild Dragon Fenerbahce Wien - FC 1980 Wien 5:2 (2:0)
Die Schonzeit ist vorbei
2009/10 - KM-14 - 13. September 2009
Manuel David stemmte sich vergeblich gegen ein Debakel
War in den ersten beiden Runden die Leistung von 1980 Wien gegen starke Gegner noch in Ordnung, wenn auch unbelohnt, zeichnete sich schon in der Vorwoche gegen Red Star ein Leistungseinbruch ab. Diese Woche gegen Fenerbahce war es schließlich eine Bankrotterklärung, die sich nicht mehr nur durch die Unerfahrenheit der Mannschaft erklären läßt. Auf dem riesigen Mautner-Platz mutierten die jungen Wilden endgültig zu einem zahnlosen, zahmen Haufen, der nicht nur im kämpferischen Bereich enttäuschte, sondern auch nicht bereit war, die einfachsten taktischen Vorgaben umzusetzen. Nach diesem Spiel gibt es jedenfalls genug Defizite, die klar angesprochen und aufgearbeitet werden müssen, denn ohne Einsatzbereitschaft wird es gegen jede Mannschaft schwer werden, einen Punktegewinn zu erzielen.
Die Partie begann für die Gäste praktisch mit einem 0:2-Rückstand, der aber komplett hausgemacht zu Stande kam. Ein schrecklicher Fehlpass in der Vorwärtsbewegung vor dem 0:1 und eine völlig aufgelöste Defensive vor dem 0:2 ermöglichte der Heimmannschaft eine billige, dafür komfortable Führung und einmal mehr mussten die 80er einem Rückstand nachlaufen.
Dies gelang aber an diesem für 1980 Wien schwarzen Sonntag nur zum Teil. Zwar konnte in einigen Szenen Gefahr vor dem Tor der Hausherren erzeugt werden, und man kann bei einem Lattentreffer und bei zwei weiteren Szenen auch mit Pech im Abschluss hadern, aber objektiv betrachtet war es nur Torhüter Manuel David, der 1980 Wien bei einigen Konterangriffen seine Mannschaft so weit im Spiel halten konnte, dass die Gäste nach Seitenwechsel überhaupt noch etwas zu hoffen hatten. Eigentlich hätten die Hausherren aber in der ersten Spielhälfte schon alles klar machen können, wenn nicht müssen.
Nach der Pause entwickelte sich die Partie zunächst zu einem unansehnlichen Geplänkel im Mittelfeld mit vielen Abspielfehlern auf beiden Seiten. Erst der Anschlusstreffer nach einer guten Stunde weckte noch einmal Hoffnung bei den Gästen, aber nicht für lange, denn praktisch beim nächsten Angriff der Hausherren war der alte Abstand wieder hergestellt.
Bitter wie einfach den Simmeringer Türken an diesem Tag das Toreschießen gemacht wurde. Meist genügte ein weiter Ball über die Abwehr der Gäste und ein schneller Stürmer, um die Defensivabteilung der 80er auszuhebeln. Dabei hatten die Gegner in den entscheidenden Szenen nicht einmal Überzahl, so löchrig präsentierte sich 1980 Wien im Abwehrverhalten.
Nach dem 4:1 stürmten die Gäste zwar weiterhin blind drauf los, waren aber nicht mehr bereit, bei Ballverlust zurück zu arbeiten. So musste sich 1980 Wien in der Schlussphase erneut bei Goalie Manuel David bedanken, dass am Schluß unterm Strich ein Resultat stand, das noch etwas mit Fußball zu tun hat. Schön reden darf man diese 2:5-Niederlage aber nicht mehr.
1980 Wien präsentierte sich gegen einen Konkurrenten, der in Reichweite sein müßte, unterirdisch. Zwar kann man auch gegen solche Gegner verlieren, aber dann kommt es schon auf das Wie an. Fenerbahce zeigte an diesem Tag alle Tugenden, die 1980 Wien vermissen ließ. Viel aggressiver in den Zweikämpfen, viel lauffreudiger und, was besonders nachdenklich stimmt, taktisch viel cleverer, feierten die Hauherren einen mehr als verdienten Sieg, der auch noch höher ausfallen hätte können. Siebzehn Gegentore in vier Spielen zeigt das Dilemma der 80er deutlich auf, und das bei einem Torhüter, der eigentlich bis jetzt eine ganz gute Saison spielt.
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