FC 1980 Wien - SC Team Wiener Linien   1:6 (0:3)

Schwach, schwächer, Fellinger

2009/10 - KM-15 - 19. September 2009

Das Meisterschaftsspiel zwischen Team Wiener Linien und 1980 Wien beinhaltet, trotz des klaren Ausgangs, einige verschiedene Geschichten. Die rein sportliche ist rasch erzählt. Ein Titelanwärter, der sich auch wie einer präsentiert hat, trifft auf eine junge, aufgrund der letzten Ergebnisse total verunsicherte Mannschaft, und gewinnt dementsprechend klar. Nicht weil das Ergebnis so klar war, die Erklärung dafür mündet nahtlos in eine zweite Geschichte, sondern weil der Unterschied in der Spielanlage und in der derzeitigen Verfassung beider Mannschaften sehr deutlich war. Zudem spielte auch der Verlauf der Partie mit zwei schnellen Treffern dem Favoriten in die Hände. Die Leistung der Gäste soll das aber nicht schmälern, denn die war, vor allem in der Anfangsphase, wirklich gut.

Team Wiener Linien ließ von Beginn an den Ball sehr flott in den eigenen Reihen zirkulieren und zwang so die 80er, dem Geschehen hinterher zu laufen. Trotzdem kamen die ersten beiden, und wohl auch schon das Spiel entscheidenden, Treffer zu billig zu Stande. 1980 Wien präsentierte sich in beiden Fällen als zu wenig aggressiv im Zweikampfverhalten und macht es derzeit dem Gegner viel zu leicht, zum Abschluss zu kommen. Dass sich dann eine Mannschaft mit Klasse, wie Team Wiener Linien nun mal eine ist, in solchen Situationen nicht zweimal bitten lässt, ist nicht weiter verwunderlich. Schwerer könnte man ihnen dabei das Leben als Gegner aber schon machen.

Die zweite Geschichte der Partie, keine Spiel entscheidende, aber trotzdem ärgerliche, betrifft Schiedsrichter Fellinger. Der hat an diesem Tag, und wie das Publikum unisono feststellte, nicht nur an diesem Tag, starke Anwartschaft auf den Titel "Schlechtester Spielleiter in Wien" angemeldet.

Nicht nur war seine Kartenpolitik von Anfang an undurchschaubar, er fand auch knapp vor der Pause und knapp nach der Pause zwei Elfmeter, die alle Anwesenden, die Spieler eingeschlossen, in Erstaunen versetzten. Für jeden, der etwas von Fußball versteht, war es an diesem Tag eine Gnade, nicht auf dem Platz stehen zu müssen, denn bei solchen Entscheidungen sind echte Fußballer, schon aus reinem Gerechtigkeitssinn, schwer gefährdet, ausgeschlossen zu werden. Dem Mann mit der Pfeife werden solche Feinheiten wohl ewig verborgen bleiben, denn der versteht nicht viel von unser aller liebstem Spiel.

Als sich dann zu all dem nach einem "Vergehen", das mit Out zu ahnden gewesen wäre, noch eine gelb-rote Karte einschlich, wären wohl bei vielen Mannschaften die Emotionen hoch gekocht, hier blieben die Akteure aber vorbildlich ruhig. Was soll man sich auch von einem ahnungslosen Selbstdarsteller auf die Palme bringen lassen.

Nur fürs Publikum waren die Geschehnisse schon ärgerlich, denn bei so viel Ungerechtigkeit verliert man die Freude am Zusehen. Nicht dass es am Sieg der Gäste etwas geändert hätte, die brauchen so viel Unterstützung durch den Spielleiter gar nicht, aber die Fehlentscheidungen gingen leider allesamt gegen die Mannschaft, die sowieso deutlich die schwächere war. So hoch wäre es halt wahrscheinlich nicht ausgegangen.

Die Leistung der 80er nach so einer Partie objektiv zu bewerten, gelingt aber trotzdem. Viele einfache Ballfehler und ungenaue Zuspiele haben den Hausherren das Leben schwer gemacht, wohl zum Teil ein Ergebnis der Verunsicherung nach den letzten Resultaten. Aber eben nur zum Teil, denn die Einstellung zum Spiel hat an diesem Tag auch nicht gepasst. Dazu wurden die Zweikämpfe von den meisten zu wenig gesucht und dem Gegner deutlich zu viel Raum gelassen. So kann man gegen eine gute Mannschaft einfach nicht auftreten, da ist das Scheitern vorprogrammiert.

Die Geschichte über den Spielleiter musste trotzdem erzählt werden, allein schon als Warnung für alle anderen Teams, denn, wie sich an diesem Tag gezeigt hat, Andreas Fellinger bedeutet Gefahr. Denn so wie er kann man auch nicht auftreten. Verwunderlich eigentlich, dass ihm seine beiden Assistenten nicht sofort die Gefolgschaft aufgekündigt haben. Aber vielleicht haben wir das alle nur nicht erfahren.

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