FC 1980 Wien - SKV Wild Dragon Fenerbahce Wien   7:2 (2:0)

Ein Befreiungsschlag

2009/10 - KM-42 - 27. März 2010

Nach dem mehr als katastrophalen Meisterschaftsauftakt gelang 1980 Wien gegen Fenerbahce endlich ein erster Befreiungsschlag aus der unerwarteten sportlichen Krise. Schlüssel dazu war eine diesmal konzentriert agierende Defensivabteilung, der es gelang, weitgehend Fehler zu vermeiden, und zudem ging die Mannschaft im Zweikampf wesentlich körperbetonter zur Sache als noch in den Partien zuvor. Zu diesen endlich wieder gefunden Tugenden entwickelte sich auch der Spielverlauf für die Hausherren an diesem Tag günstig. Endlich einmal wurden die sich bietenden Chancen zu einer früher Führung genutzt, was den 80ern zusätzlich Sicherheit im Spiel gab.

Nach einer sicheren 2:0 Pausenführung, die eigentlich recht souverän heraus gespielt wurde, drängten die Hausherren nach Wiederbeginn sofort auf die Vorentscheidung. Dadurch agierten die Gäste ziemlich fehleranfällig und es waren auch zwei grobe Schnitzer, die den 80ern bis zur Stundenmarke eine komfortable 4:0-Führung ermöglichten. Sicherlich eine Vorentscheidung, denn bis zu diesem Zeitpunkt war es nur schwer vorstellbar, wie die türkischen Gäste ein Tor erzielen sollten, geschweige denn deren vier.

Dass dazu die Mannschaft von 1980 Wien immer wieder kreative Ideen hervorbringt, ist hinlänglich und schmerzhaft bekannt. Auch diesmal wurde ein mehr als toter Gegner, der zudem seit dem Halbzeitpfiff mit einem Mann in Unterzahl war, sanft wach geküsst. Gravierende Auswirkungen hatte es zum Glück für die Hausherren nicht. Um die kurze Schwächeperiode der 80er zu einer Wende zu nützen, dazu war Fenerbahce an diesem Tag nicht gut genug.

Unnötig und entbehrlich sind diese zwischenzeitlichen Aussetzer von 1980 Wien aber jedenfalls, entspringen sie doch zum großen Teil mangelnder Konzentration, vielleicht gepaart mit zu viel Selbstzufriedenheit über ein bis dahin gutes Spiel. Bisweilen ist nämlich auch einmal ein Gegner gut genug, um ein beinahe unmögliches Comeback zu feiern.

Nach zwei Gegentreffern und kurzem Gezitter übernahmen die Hausherren aber wieder das Kommando, und schossen in der Schlussphase noch reichlich Tore zu einem mehr als deutlichen Erfolg. Dass dieser aber nicht noch wesentlich höher ausgefallen ist, lag daran, dass manche eigensinnigerweise darauf vergaßen, Fußball zu spielen und den besser postierten Mitspieler zu sehen. Eine Kritik, die diesmal aber nicht die üblichen Verdächtigen betraf, auch anderen haben bisweilen einen Ego-Tag.

Mit diesem Erfolg hat sich 1980 Wien vor den kommenden drei sehr schweren Partien etwas Luft verschaffen können und man muss kein großer Prophet sein, um der Mannschaft den Klassenerhalt zuzutrauen. Überragend war es noch nicht wirklich, dazu war der Gegner über weite Strecken kein geeigneter Maßstab, aber dass es überragend werden würde, war nach diesem Meisterschaftsauftakt auch nicht zu erwarten. Fürs angeknackste Selbstvertrauen war es aber trotzdem ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

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