SC Team Wiener Linien - FC 1980 Wien 7:1 (3:0)
Ziemlich wehrlos
2009/10 - KM-43 - 10. April 2010
Peter Vogelweider, ein Lichtblick in einer schwachen Truppe
Gegen 1980 Wien war die noch immer weiße Weste des überlegenen Tabellenführers Team Wiener Linien eindeutig nicht in Gefahr. Die Hausherren waren von Beginn an wenig gefordert und spulten ihr Programm sehr routiniert und ohne Probleme runter. Der frühe Führungstreffer gab den Hausherren zusätzlich Sicherheit, nicht wirklich nötig, denn Unsicherheit war beim Tabellenführer nicht zu erkennen. Warum auch, hatten die 80er dem reifen Spiel des Gegners nicht wirklich etwas entgegen zu setzen. Wieder einmal ergaben sich die Gäste gegen einen starken Gegner fast willenlos in ihr Schicksal, wobei diesmal vor allem das körperlich stark unterlegene Mittelfeld in keiner Phase in der Lage war, irgendjemanden aufzuhalten. Für die getreuen Anhänger war es einmal mehr ein frustrierender Nachmittag, vor allem die Blauäugigkeit, mit der sich die 80er in solchen Spielen in ihr Schicksal ergeben, schmerzt schon fast körperlich.
Auch nach Seitenwechsel deutete zunächst wenig auf Besserung hin. Der Tabellenführer benötigte nur 9 Sekunden, in Worten neun, um den Spielstand auf 4:0 zu erhöhen. Da fragt man sich schon, was die Mannschaft in der Kabine besprochen hat und ob es nicht doch möglich wäre, mit etwas mehr Konzentration zu Werke zu gehen.
Danach folgte überraschenderweise eine stärkere Phase der Gäste, wahrscheinlich weil der Tabellenführer die Zügel etwas schleifen ließ, in der die 80er auch einen Treffer aufholen konnten. Bei etwas mehr Konsequenz im Abschluss hätten es auch zwei Tore sein können, aber die Leichtfertigkeit, mit der klare Tormöglichkeiten vergeben werden, passt gut zum Erscheinungsbild der Mannschaft in der Frühjahrssaison. Schade, denn in dieser Phase hätten 1980 Wien noch einmal die Chance gehabt, mit einem blauen Auge davon zu kommen und das Resultat menschlich zu gestalten.
So erhöhten die Hausherren in der Folge wieder das Tempo und feierten gegen schwache 80er standesgemäß einen Kantersieg. Wie schon angesprochen, schmerzt vor allem die Halbherzigkeit, mit der die 80er versuchen, einem starken Gegner Paroli zu bieten. Dazu treten auch viele Mängel im taktischen Bereich klar zu Tage und nach nunmehr schon 76 Gegentreffern in nur zwanzig Meisterschaftsspielen sollte man sich wohl auch von Seiten der sportlichen Führung überlegen, ob die Mannschaft nicht anders auf ihre Aufgaben eingestellt werden sollte, zumal nächste Runde mit Austria XIII ein ähnlich starkes Kaliber zu bekämpfen ist.
Konnte man nach einer guten Wintervorbereitung noch auf eine Steigerung gegenüber der Herbstsaison hoffen, präsentiert sich die Mannschaft nunmehr erneut als Torso, der in dieser Verfassung wohl von einem Debakel ins nächste zu stürzen droht. Für die Vereinsführung und die wenigen getreuen Fans ist der derzeitige Zustand der 80er mehr als ernüchternd, denn wenn schon offensichtlich die nötige Klasse fehlt, könnte man zumindest mehr Leidenschaft von den meisten Spielern erwarten. Die vermitteln aber immer öfter den Eindruck, als würden sie sich ein Bestehen gegen solche Gegner gar nicht zutrauen und bei einigen erkennt man auch in der Körpersprache eine gewisse Wurschtigkeit, als wäre es egal, sich Woche für Woche, mit einer kurzen Unterbrechung letzte Runde, abschießen zu lassen. Zum Glück für die 80er müsste der Punktpolster ausreichen, um die Saison ohne Abstieg zu Ende zu bringen, befriedigend kann das aber nicht sein.
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