Wiener SK 1b - FC 1980 Wien   5:2 (1:2)

Dornbacher Fohlen erneut gegen 1980 erfolgreich

2009/10 - KM-45 - 24. April 2010

Der nachfolgende Bericht ist größtenteils der Webseite des Wiener Sportklubs entnommen. Einerseits zugegebenermaßen aus Faulheit, andererseits aber auch, weil er durch eine sehr objektive Betrachtungsweise besticht. Gerade bei einer Partie, die zwei so unterschiedliche Halbzeiten zu bieten hatte, ist es angenehm, sich des Vorwurfes entziehen zu können, alles durch die rosa gefärbte Vereinsbrille zu betrachten. 1980 Wien war wirklich eine Halbzeit sehr gut und eine sehr schlecht. Auch andere sehen das so. Wer viele weitere gute Artikel lesen möchte, sollte öfters die Webseite www.wienersportklub at besuchen. Aber jetzt zum angesprochenen Bericht:

Wie schon in den fünf Begegnungen zuvor, hatte Sportklubs 1b gegen FC 1980 Wien auch dieses Mal die Nase vorne. Trotz 0:2-Rückstands siegte die Korucu/Grozurek-Truppe klar mit 5:2. Spielerisch boten die jungen Schwarz-Weißen aber Magerkost.

Auf dem Rasenplatz des heimischen Trainingszentrums übernahmen die Gäste von Beginn an das Kommando. Während die Dornbacher Fohlen, bei denen Cemil Tosun nach seiner Verletzung gegen Austria XIII wieder mit an Bord war, den Start sichtlich verschliefen, war die Simon-Truppe von der ersten Sekunde an hellwach. Einen ersten Schuss Mesut Ünals konnte Patrick Janecek nicht festhalten und so glitt das Leder ins Torout - aus dem anschließenden Corner konnten die "80er" kein Kapital schlagen. In der 8. Minute nahm der effektivste Favoritner Angreifer Ömer Ünal den gegnerischen Kasten erstmals ins Visier, setzte einen 18-Meter-Freistoß aber klar über Patrick Janeceks Kasten. Auf der Gegenseite forcierte Cemil Tosun Mannschaftskollegen Hakan Öntürk, doch dessen Schuss stellte Manuel David im Tor der "80er" vor keinerlei Probleme. Für die erste Pulsbeschleunigung im Dornbacher Anhang sorgte Ömer Ünal in der 12. Minute: auch wenn der Stangenschuss des Favoritner Angreifers ins Tor gefunden hätte, wäre dem Tor wegen einer Abseitsstellung die Anerkennung versagt geblieben. Symptomatisch für die schwache Leistung der Dornbacher Fohlen im ersten Durchgang war eine Szene in der 14. Spielminute: Ali Kaya und Hakan Öntürk behinderten sich gegenseitig beim Abschluss. Eine Minute später setzte Burak Özbek in einer seiner wenigen nennenswerten Aktionen einen Schuss über das Tor der Favoritner. Die Gäste, die die Dornbacher immer wieder über die Flügel aufzureißen versuchten, kamen in der 20. Minute zu ihrer nächsten Gelegenheit: einen Fehler Anil Ertekins nützte Mesut Ünal zum Abschluss, doch dem Versuch fehlte die Präzision. Fünf Minuten später tauchten die Gäste abermals gefährlich vor Patrick Janeceks Tor auf, doch Alexandru Chirliuc konnte in letzter Sekunde retten. Eine der wenigen gelungenen Offensivaktionen der Schwarz-Weißen gab es in der 28. Minute zu notieren: Burak Özbeks Freistoßflanke köpfelte Hakan Öntürk gut aufs 80er-Tor, in dem sich Manuel David mit einer tollen Parade auszeichnen konnte. Dass die Dornbacher Hintermannschaft im ersten Spielabschnitt alles andere als sattelfest agierte, machten die Gäste in der 30. Spielminute deutlich - mit einem weiten Pass riss Dominik Hickmann die Defensive der Schwarz-Weißen auf, Ömer Ünal enteilte und lupfte das Leder geschickt über den herauseilenden Patrick Janecek - 0:1 aus Sicht der Korucu/Grozurek-Truppe. Bei den Dornbachern machte kaum einer den Eindruck, als ob er dagegen halten wollte - ein Anflug an Engagement packte Florian Grozurek in der 32. Minute. Sein Schuss nach Solovorstoß prallte jedoch von der Stange ins Feld zurück. Wesentlich effizienter agierte die Simon-Truppe: ein Missverständnis von Tosun und Chirliuc nützte Ömer Ünal zu seinem zweiten Treffer an diesem Nachmittag - 0:2. Eine Sensation schien in der Luft zu liegen. Die aufopfernd kämpfende Simon-Truppe setzte sofort nach und hatte bei einem Kopfball Dominik Hickmanns Pech, dass das Leder über Patrick Janeceks Tor strich. Auf der Gegenseite spielte Hakan Öntürk einen Idealpass auf Ali Kaya, der traf aber nur den Rücken eines Favoritner Defensivspielers. Fünf Minuten vor dem Ende der ersten Halbzeit kam Ömer Ünal zur nächsten Gelegenheit, setzte das Leder aber ans Außennetz. Der Favoritner Angreifer hatte nach dem vorwöchigen "Quattro-Pack" Blut geleckt und bereitete der Dornbacher Defensive weiterhin Kopfzerbrechen - in der 43. Spielminute knallte er das Leder knapp neben das Kreuzeck von Patrick Janeceks Tor. Als der Dornbacher Anhang schon mit einem 0:2-Pausenrückstand rechnete, schlugen die Hausherren völlig überraschend doch noch zu: Ali Kayas Lochpass verwertete Hakan Öntürk zum 1:2. Kurz danach pfiff Schiri Mag. Dr. Rützler einen aus Dornbacher Sicht ernüchternden ersten Spielabschnitt ab.

Coach Günter Grozurek reagierte auf die schwache Leistung der ersten 45 Minuten und brachte nach Seitenwechsel Saim Ucak und Lukas Fuhrmann - sie ersetzten Ali Kaya und Antil Ertekin. Zudem rückte Cemil Tosun ins Mittelfeld und Florian Grozurek in die Innenverteidigung. Die erste Chance im zweiten Durchgang gab es neuerlich auf Seiten der "80er" zu verzeichnen: Ömer Ünals Kopfball pflückte Patrick Janecek sicher aus der Luft. Die Dornbacher, die in den Schlusssekunden der ersten Hälfte den psychologisch wichtigen Anschlusstreffer erzielten, nahmen dieses Momentum auch in den zweiten Durchgang mit: drei Minuten nach Wiederbeginn brachte Josip Komarac einen Corner ideal zur Mitte, Alexandru Chirliuc stand plötzlich mutterseelenallein und köpfelte zum 2:2 ein - zu diesem Zeitpunkt mehr als unverdient! Der Ausgleich schien die Simon-Truppe in Mark und Bein getroffen zu haben. Eine Minute nach dem Ausgleichstreffer schoss Saim Ucak nach schöner Cemil Tosun-Vorarbeit an die Latte. Dass die Dornbacher Fohlen auch im zweiten Spielabschnitt lange nicht zu ihrer spielerischen Linie fanden, bewies der Umstand, dass die nächste nennenswerte Offensivaktion 13 Minuten auf sich warten ließ. Josip Komarac scheiterte mit einem Fernschuss. In der 65. Minute ersetzte Darko Savic Burak Özbek. Sieben Minuten später sah Hakan Öntürk wegen Kritik die gelbe Karte. Der im Mittelfeld deutlich besser zur Geltung kommende Cemil Tosun leitete in der 73. Minute den 3:2-Führungstreffer der Dornbacher Fohlen ein: der schwarz-weiße Neuzugang steckte gut auf Josip Komarac durch, der überlegt zum 3:2 einschoss. Die "80er", bei denen die Kräfte langsam zu schwinden schienen, kamen nur noch sporadisch vor Patrick Janeceks Tor. Ein Fernschuss von Dominik Hickmann verfehlte in der 76. Minute knapp das Ziel. Wenig später setzte Josip Komarac einen Freistoß nach Foul an Cemil Tosun neben das 80er-Tor. Die Gäste machten in den letzten zehn Minuten die letzten Kräfte frei, doch die Dornbacher Hintermannschaft stand nun deutlich besser als in den ersten 45 Minuten. Waren die "80er" einmal durch, stand mit Patrick Janecek ein sicherer Rückhalt im Tor der Dornbacher Fohlen - so auch bei einem Ömer Ünal-Schuss in der 80. Minute. Die endgültige Entscheidung fiel drei Minuten vor dem Ende: Erhan Ergün brachte Josip Komarac gut in Position und der machte mit seinem zweiten Treffer alles klar - 4:2. Nun lagen die Nerven bei den Favoritnern blank und Stefan Vogelweider, der kurz zuvor die gelbe Karte gesehen hatte, musste mit gelb-rot frühzeitig vom Feld. Als ob das nicht schon genug der Tiefschläge für die Simon-Truppe gewesen wäre, erzielte Erhan Ergün in der 89. Minute nach etwas glücklicher Vorarbeit von Alexandru Chirliuc den 5:2-Endstand.

Trotz des vom Ergebnis her klaren 5:2-Sieges wussten die Dornbacher Fohlen über weite Strecken des Spiels nicht zu überzeugen. Vor allem in der ersten Hälfte agierten die Hausherren lustlos und aufreizend lässig. Mit Ausnahme von Patrick Janecek erreichte in den ersten 45 Minuten kaum einer der schwarz-weißen youngsters Normalform. Die zwischenzeitliche 2:0-Führung der Gäste war hochverdient und hätte um das eine oder andere Tor höher ausfallen können. Zu einem psychologisch günstigen Zeitpunkt (wenige Sekungen vor dem Pausenpfiff) erzielten die Hausherren den überraschenden Anschlusstreffer. Ein weiteres Gegentor knapp nach Wiederbeginn verunsicherte die bis dahin gut eingestellten Favoritner, die mit Fortdauer des Spieles auch konditionelle Probleme bekamen. Die Korucu/Grozurek-Truppe tat sich aber auch weiterhin schwer. Der viel zu deutlich ausgefallene Sieg kam nur aufgrund zweier last-minute-Goals gegen eine zu diesem Zeitpunkt in Auflösung befindliche 80er-Defensive zustande. Zwar steigerten sich die Dornbacher Fohlen aufgrund der Umstellungen in der zweiten Hälfte deutlich, von der Galavorstellung in den ersten 45 Minuten der Hinspielbegegung - auch die endete mit einem 5:2-Sieg - waren die Dornbacher Fohlen aber meilenweit entfernt. Dieses Mal wurden die "80er" nicht vom Gegner geschlagen, sie besiegten sich vielmehr selbst - der FC 1980 Wien bleibt weiterhin der Lieblingsgegner der WSK 1b.

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