FC 1980 Wien - SV Dinamo Ottakring   6:4 (0:2)

Erstaunliche Wende

2009/10 - KM-48 - 15. Mai 2010

Gegen den Vorletzten der Tabelle rechnete sich 1980 Wien zwar schon einen Sieg aus, konnte diesem Vorhaben aber vor der Pause überhaupt nicht gerecht werden. Im Zweikampf robust agierende Gäste konnten das Spiel der Hausherren komplett neutralisieren und ihrerseits von den Schwächen der 80er in der Defensive profitieren. Eine satte 2:0-Pausenführung für die Kroaten aus Ottakring war die Folge, und hätte nicht knapp vor Seitenwechsel bei einer hundertprozentigen Torchance Aluminium für die Heimischen gerettet, wäre wohl die Partie endgültig entscheiden gewesen.

Nach dem bisher gesehenen war sie wohl auch so schon entschieden, denn selbst die kühnsten Optimisten konnten sich nicht vorstellen, wie harmlose 80er in diesem Spiel jemals zwei Tore schießen sollten. Bisweilen hat aber der Fußballgott ganz schöne Überraschungen parat. So auch an diesem Tag.

Durch eine gehörige Kabinenpredigt angestachelt und durch die Hereinnahme von Mesut Ünal, wie sich zeigen sollte, wesentlich gefährlicher aufgestellt, begann 1980 Wien nach Seitenwechsel furios. Schon der erste Angriff brachte die Wende in dieser Partie. Mesut Ünal, mit einem unwiderstehlichen Dribbling durchgebrochen, konnte von Gästekeeper Lalic nur mit einem Foul gestoppt werden. Den dafür verhängten Elfmeter verwandelte Oliver Oberhammer souverän. Viel schlimmer für die Gäste war aber die zusätzlich wegen Torraubs verhängte rote Karte, denn Ersatztorhüter Pipinic war in der Folge an einigen Treffern sicherlich mitbeteiligt.

Binnen nur einer Viertelstunde gelang es den Hausherren den Spielstand von 0:2 auf 4:2 umzudrehen, wobei sicherlich nicht jeder Treffer der Sorte zwingend zuzurechnen war. Aber was solls, das Speil der Hausherren in der Offensive war jetzt wenigstens deutlich besser als noch vor Seitenwechsel.

Trotzdem gelang es den 80ern noch zweimal, einen bereits toten Gegner wieder zum Leben zu erwecken. Anstatt in numerischer Überlegenheit den Vorsprung sicher nach Hause zu spielen, agierten die Hausherren relativ sorglos und stürmten weiter munter drauf los. Dem Spielstand angepasst das Tempo heraus zu nehmen ist offensichtlich für die junge Mannschaft von 1980 Wien ein Fremdwort, und wenn man die routinierten Spieler der Gäste Möglichkeiten eröffnet, treffen sie auch.

So in dieser Partie neun Minuten vor Schluss zum 3:4, und nach einem weiteren Treffer von Mesut Ünal, der Gott sei Dank den alten Abstand wieder herstellen konnte, in der 89. Minute zum 4:5. Jetzt gab es für die Heimischen noch einmal eine heiße, weil auch lange Nachspielzeit, die aber in der 95. Minute mit dem sechsten Tor 80er endete.

Wieder einmal bot 1980 Wien dem Publikum spektakuläre Unterhaltung, die aber fußballerisch schon zahlreiche Schwächen aufzeigte. Zwar ist die Mannschaft zumeist in der Offensive fähig, einige Treffer zu erzielen, auch wenn es an diesem Tag vor der Pause nicht danach ausgesehen hatte, aber ebenso gibt es kaum ein Team in der Liga, das dem jeweiligen Gegner so billig Tore auf dem Präsentierteller serviert. Das führt dann eben, je nach Klasse des Widersachers, zu einem Debakel oder einem für die Zuschauer sehr attraktiven Resultat. Taktisch hochwertig ist das aber nicht unbedingt.

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