FC 1980 Wien - FC Ajax 1:2 (1:0)
Unglaublich, aber wahr
2009/10 - KM-49 - 21. Mai 2010
Gegen die noch jünger aufgestellte Gästemannschaft von Ajax rechnete sich 1980 Wien gute Chancen aus, den zweiten Sieg in Folge feiern zu können. Zunächst sprach auch nichts dagegen, denn die Gäste präsentierten sich mehr als harmlos und begingen viele Fehler im Spielaufbau. Zwar waren auch die 80er nicht wirklich zwingend, aber trotzdem schien dieses Spiel sicher unter Kontrolle und nach dem Führungstreffer durch Nnamdi Sieber konnten sich auch die ärgsten Pessimisten nicht vorstellen, dass diese Partie noch verloren gehen könnte.
Die Mannschaft offensichtlich auch nicht, denn mit Fortdauer des Spiels wurde der Kick der Hausherren immer unansehnlicher. Schon der Beginn war etwas komisch, denn die 80er brauchten gut fünf Minuten, bis sie begriffen, dass Laufen nicht verboten ist. Dann, nach einer Phase, der man das Prädikat OK umhängen kann, die auch mit dem Führungstreffer gekrönt wurde, lief auch bei den Heimischen nur noch wenig zusammen.
Eine Bankrotterklärung war dann die zweite Spielhälfte. 1980 Wien stellte den Spielbetrieb fast völlig ein und kassierte folgerichtig im Anschluss an einen Eckball einen mehr als vermeidbaren Treffer. Das wurde von den 80ern eher verdutzt zur Kenntnis genommen, Reaktion folgte daraufhin so gut wie keine.
Ganz im Gegenteil gelang es dem Gegner, ohne dass der merklich zugelegt hätte, mit Fortdauer des Spiels immer mehr die Kontrolle zu übernehmen und sich zwar wenige, aber deutlich bessere Torchancen zu erarbeiten. Dem Gegenüber steht eine gute Offensivaktion der Heimischen, als Mesut Ünal im Dribbling einige Ajax-Verteidiger stehen ließ, aber dann aus sehr aussichtsreicher Position nur den Gästetorhüter traf.
Neun Minuten vor Schluss dann die Krönung: nach einem Ballverlust auf der Seite reichte ein guter Pass, um die Abwehr der 80er auszuhebeln, wobei zwar die Innenverteidigung auf Abseits spielen wollte, aber nicht alle Außenverteidiger konzentriert genug mitarbeiteten. Blöd gelaufen, aber das hat sich auch trotz aller modernen Systeme sicher nicht geändert, dass in solchen Situationen die Abwehr vom Zentrum aus geführt wird und alle anderen nicht schlafen dürfen.
So kassierte 1980 Wien gegen einen schwachen Gegner eine Niederlage, die man aber nach dem Gezeigten als verdient bezeichnen muss. Das Stammpublikum konnte sich nur wundern, wie wenig man als an sich bessere Mannschaft zeigen kann. So lust- und hilflos hat man die 80er noch selten gesehen.
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